Im Frühjahr 2023 begibt sich Miron Zownir auf eine mehr als 7.000 Kilometer lange Reise durch Kanada. Von Montréal bis Vancouver dokumentiert er in mehreren Städten  soziale  Brennpunkte und richtet seinen Blick auf zwei drängende Krisen des Landes: die verheerenden Folgen der Fentanyl-Epidemie in British Columbia und die tiefen sozioökonomischen Ungleichheiten, insbesondere gegenüber der indigenen Bevölkerung in Manitoba. 

In the spring of 2023, Miron Zownir embarks on a journey of more than 7,000 kilometres across Canada. From Montreal to Vancouver, he documents the social fault lines of urban life in several cities, with a particular focus on Vancouver and Winnipeg. His street photography addresses two urgent crises: the devastating impact of the fentanyl epidemic in British Columbia and deep socio-economic inequalities, especially affecting Indigenous communities in Manitoba.

2024 erschien das Fotobuch DOWNTOWN MISERY mit einer Auswahl von Miron Zownirs Fotografien aus Kanada bei 89books.

Photo book DOWNTOWN MISERY (2024)

Selected images from photo series CANADA 2023

In der wohlhabenden Metropole Vancouver, legt Zownir die brutale Realität der Fentanylkrise offen, deren Epizentrum im Downtown Eastside liegt. Seine Bilder zeigen Drogenkonsum auf offener Strasse, Obdachlosigkeit und die sichtbaren körperlichen und psychischen Folgen der Abhängigkeit. Trotz politischer Maßnahmen wie Entkriminalisierung, überwachten Konsumräumen und sogenannten „Safer-Supply“-Programmen vergeht hier kaum ein Tag, ohne dass ein Mensch an einer Überdosierung stirbt. Zownirs Fotografien machen die Kluft zwischen dem öffentlichen Image Vancouvers und einer gnadenlosen Realität unmissverständlich sichtbar.

Rund 2.000 Kilometer weiter östlich, in Winnipeg (Manitoba), beleuchtet  Miron Zownir eine ebenso dunkle Seite der kanadischen Lebenswirklichkeit. Die Stadt ist geprägt von Armut, Obdachlosigkeit und einer hohen Mordrate, von denen indigene Menschen - insbesondere Frauen - überproportional häufig betroffen sind. Dieser Umstand hat Winnipeg zu einem Brennpunkt der Bewegung für Vermisste und ermordete indigene Frauen und Mädchen (MMIWG) gemacht. Zownirs Bilder zeichnen das Porträt einer Stadt, in der Hoffnungslosigkeit, strukturelle Vernachlässigung und historisches Trauma den Alltag bestimmen.

Mit seiner Arbeit dokumentiert Miron Zownir nicht nur soziale Zustände, sondern legt in drastischer Klarheit politische, ökonomische und gesellschaftliche Versäumnisse offen.

In Vancouver, a prosperous metropolis, Zownir exposes the brutal reality of the opioid crisis, whose epicentre lies in the Downtown Eastside. His images document open drug scenes, homelessness, overdoses, and the visible physical and psychological consequences of addiction. Despite political measures such as decriminalisation, supervised consumption sites, and “safer supply” programmes, there is hardly a day without a death. Zownir’s photographs mercilessly reveal the gap between Vancouver’s polished public image and its harsh reality.

Some 2,000 kilometres to the east, in Winnipeg, Manitoba, Zownir illuminates an equally dark side of Canadian life. The city is marked by poverty, homelessness, and a high murder rate, disproportionately affecting Indigenous people—particularly women. This has made Winnipeg a focal point of the movement for Missing and Murdered Indigenous Women and Girls (MMIWG). Zownir’s images portray a city where hopelessness, structural neglect, and historical trauma shape everyday life.

Through his work, Miron Zownir not only documents social conditions but also starkly exposes the human cost of political, economic, and societal failure.

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